Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung

 
Nach acht Jahren kehrte der Radquer-Weltcup zurück in die Schweiz. Die Rennen wurden am vergangenen Wochenende in Bern auf dem Areal des Freibades Weyermannshaus ausgetragen und waren neben den Mountainbike-Weltmeisterschaften in Lenzerheide das zweite Radsporthighlight dieses Herbstes. Tausende Zuschauer verfolgten vor Ort die spannenden Wettkämpfe und die Live-Bilder wurden in 50 Länder übertragen. Teil dieses Spektakels war auch unser Rennfahrer David Kaufmann. Für Ihn ging mit dem Start im Rennen der U19 Junioren ein Kindheitstraum in Erfüllung.
 
Der 17-jährige Schüler David Kaufmann fährt schon mehrere Jahre erfolgreich Mountainbike- und Radquerrennen. Trotz seines guten Starts in die Radquersaison kam die Nomination für das Schweizer Weltcup-Rennen überraschend. Es gab noch einige weitere U19-Fahrer, welche gute Leistungen gezeigt hatten und auf eine Nomination hofften. Um so erfreuter war der junge Rennfahrer über seine Möglichkeit: «Als ich 10 Tage vor dem Rennen von meiner Nomination erfuhr, war ich überglücklich. Bereits als Kind war es mein Traum, einmal im Schweizer Nationaltrikot starten zu können».
Dennoch blieb er mit seinen Ambitionen auf dem Boden der Realität. Im war bewusst, dass er im Fahrerfeld der U19-Junioren einer der wenigen sein würde, welcher nicht bereits einen Profivertrag hatte. «Ich habe mir selbst keinen Druck gemacht. Ich wollte das Rennen geniessen und Erfahrungen sammeln. Schliesslich bekommt nicht jeder diese Möglichkeit» verriet Kaufmann.
Nun stand der junge Rennfahrer des Veloclubs Sursee am Sonntagmorgen also in der Startaufstellung der U19-Junioren. Bei trockenen Verhältnissen war das Rennen von Beginn an schnell. Kaufmann, von zuhinterst startend, gelang ein guter Start. Er konnte auf den ersten Metern zahlreiche Ränge gutmachen. Leider erlitt er in den technisch anspruchsvolleren Abschnitten zwei Stürze. Bei beiden konnte er glücklicherweise ohne Defekt weiterfahren, benötigte jedoch Zeit, um wieder in seinen Rhythmus zu kommen. Das restliche Rennen gelang Kaufmann fehlerfrei. Er überfuhr die Ziellinie auf dem 42. Rang mit lediglich dreieinhalb Minuten Rückstand auf den belgischen Sieger, den aktuell weltbesten U19-Fahrer Witse Meeussen.
Nach seinem ersten Weltcup-Einsatz ist der weitere Fahrplan für David Kaufmann klar: Er will alle weiteren nationalen Radquer-Rennen bestreiten einen guten Rang in der Gesamtwertung der EKZ CrossTour, der grössten Schweizer Radquerserie, belegen. Weiter will er mit einem guten Resultat bei den Schweizermeisterschaften in Sion glänzen. Und wer weiss, vielleicht wird er auch noch für weitere Weltcup-Rennen nominiert.

  

Bericht & Bilder: Chris Roos, chrisroosfotografie.ch